Parastou Forouhar

Shownotes

Verbotene Gespräche im Wohnzimmer, Besuche im Gefängnis und politische Schriften, die nach dem Lesen verbrannt wurden: Parastou Forouhar wuchs in Teheran in einer Familie auf, in der Widerstand, Menschenrechte und gesellschaftliche Verantwortung zum Alltag gehörten. 1991 kam die bildende Künstlerin nach Deutschland – auf der Suche nach Freiheit, zeitgenössischer Kunst und einem Leben außerhalb von Zensur und Überwachung.

Im Café Exil spricht sie mit Shelly Kupferberg über die Ambivalenz des Exils zwischen Befreiung, Fremdheit und dem Verlust vertrauter Zusammenhänge. Sie erzählt von der Ermordung ihrer Eltern Parvaneh und Dariush Forouhar durch den iranischen Geheimdienst im Jahr 1998 und von ihrem jahrzehntelangen Einsatz für die Aufklärung des Verbrechens. Auch ihre künstlerische Arbeit ist eng mit Fragen von Erinnerung, Gewalt und Widerstand verbunden: Schönheit und Ornament treffen darin auf Verletzlichkeit und politische Unterdrückung. Ein Gespräch darüber, wie Kunst gegen das Vergessen wirken kann und warum die eigene Exilerfahrung den Blick auf gegenwärtige Fluchtbewegungen und die europäischen Grenzen verändert.

Transkript anzeigen

00:00:03: Ich sehe im Exil etwas ambivalentes, das ist einerseits die Befreiung des Aufbruchs in eine Eroberung der Schöne.

00:00:19: Welten.

00:00:20: Andererseits ist es der Verlust, das Biografische des Weltverlusts, dass man nicht so weit weg ist und trotzdem sehr nahe.

00:00:33: Der Schmerz davon kommt näher aber eine ferne Welt dann das Zuhause den man verlassen hat aber trotzdem in sich trägt

00:00:46: Sagt Parastu Faurois, die ich im Café Exil getroffen habe um mit ihr über ihre Kunst und das Leben im Exil zu sprechen.

00:00:54: Ihre Werke verbinden Schönheit und Schreckliches zugleich und sollen uns den Betrachter – die Beträchterin fordern ja vielleicht sogar überfordern.

00:01:04: Parastou Fauroi ist bildende Künstlerin, Autorinnen und Professoren.

00:01:08: Er wurde in Teraan geboren, lebt seit deiner Zeit in Deutschland.

00:01:14: Ihre Biografie ist eng mit der Geschichte des Iran-Verbundenen.

00:01:18: Ihre Eltern Parvane und Daryosh Faroua waren bekannte Oppositionelle wurden von dem staatlichen Geheimdienst ermordet.

00:01:29: Seit vielen Jahren setzt sich Parastu Farouaa für die Aufklärung dieser Morde ein und hält mit ihrer Arbeit die Erinnerungen an ihre Eltern und an die Gewaltgeschichte des Regimes wach.

00:01:40: Ich freue mich sehr, dass sie für dieses Gespräch am Tisch im Café Exilplatz genommen hat.

00:01:46: Mein Name ist Shelly Kupferberg.

00:01:48: Ich bin Journalistin und Autorin, spreche in diesem gemeinsamen Podcast der Stiftung Exilmuseum unter Herbert und Elspeth Weichmann-Stiftung mit Menschen, mit denen wir historisch und gegenwärtige Exilsituation reflektieren möchten.

00:02:02: Herzlich willkommen!

00:02:03: Parastu Fodor, hallo!

00:02:06: Hallo und danke für die Einladung.

00:02:09: Sie sind in Tehranen einem Elternhaus aufgewachsen, indem politische Debatten und gesellschaftliche Verantwortung auch Widerstand selbstverständlich waren?

00:02:18: Was war denn das für ein Ort für sie dieses Zuhause als Kind und als junge Frau?

00:02:28: Es war ein Ort der auch geprägt war von Gegensätzen einmal diesem Bedrohtsein durch den staatlichen Gewalt.

00:02:41: Mein Vater wurde immer wieder verhaftet, das Haus wurde durchsucht, man wurde beobachtet.

00:02:49: und dass alles habe ich als Kleinkind natürlich mit wahrgenommen und auch bin ich darin aufgewachsen.

00:02:59: aber auch war irgendwie gab es eine Fülle an eine schöne Gefühle, Aufrichtigkeit im Leben vor Demokratie stehen, vor Menschenrechte vor Gleichheit stehen und davor auch

00:03:20: bereit

00:03:21: sein Preise zu zahlen.

00:03:24: Das hat mein Leben geprägt irgendwie diesen Verantwortung des Zivilcourage.

00:03:36: Das war vielleicht etwas, das ich von Kind auf mit beobachten konnte und auch den Momenten der Sehnsucht nach eigenem Vater, bei Eigene Geburtstag denkt, würde ich mir wünschen dass er da ist.

00:03:58: Ein Brief aus dem Gefängnis als sie vier Jahre alt wurden von ihm, seiner Tochter schreibt das vielleicht später verstehen werden ein unglaublich liebevoller Brief

00:04:11: und es sind alle Momente die man mit dem Börde des Sehnsucht Aber auch was er in diesem Brief schreibt, dass du vielleicht das nachvollziehen kannst.

00:04:29: Diesen Nachvollziehen wieso?

00:04:32: Wieso macht man das und diesen schönen Horizont der Demokratie Menschenkreste davor zu stehen.

00:04:47: Menschenrechte auch eine Liebe zu den Menschen, also

00:04:50: so

00:04:50: umdurche Wärme spricht aus den Zeilen?

00:04:53: Genau und nicht nur zu den menschen sondern auch zu das land.

00:05:00: meine Eltern waren große Patrioten kann man sagen und das ist das habe ich auch mitbekommen wie die uber Poesie und Kultur des Landes, ober der schöne Natur.

00:05:17: Und alles diese Verbundenheit spüren lassen haben und selbst gelebt

00:05:24: haben.

00:05:25: Ihre Eltern waren bekannte Oppositionelle erst mal unter dem Schaar später unter der islamischen Republik.

00:05:32: Wann haben Sie denn zum ersten Mal begriffen das Politik in Ihrer Familie nicht etwas abstraktes ist?

00:05:37: Sondern ganz existenziell!

00:05:41: Das habe ich ganz klein auch so wie in diesem Brief, das Sie erwähnt haben.

00:05:50: Da war ich vier halb Jahre alt und mein Vater saß im Gefängnis und wir haben ihm immer wieder im Gefähnnis mit meiner Mutter besucht.

00:05:59: Das heißt es war eine Praxis nicht nur Ideen sondern es wurde praktiziert.

00:06:07: oppositionelle sein Und das war immer mit Einschnitte verbunden, wie auch zum Beispiel meine Mutter die arbeitslos wurde.

00:06:24: wurde gekündigt als Lehrerin oder finanzielle Inkperse.

00:06:31: Alles das mit bequem Leben zu tun hatte, gab es auf jeden Fall nicht selbstverständlich!

00:06:42: Und man hat immer wieder gemerkt oder ich habe als Kind gemerkt, das sind alle Folgen dieser oppositionellen Arbeit.

00:06:50: Sie haben auch mal in einem Gespräch gesagt sie seien zu einer kleinen Komplizin geworden.

00:06:55: Gab es so etwas während ihrer Kindheit und Jugend wie einen drinnen und draußen?

00:07:00: Wie verhält man sich sozusagen innerhalb der Familie?

00:07:04: aber wie verhält Man sich draußen?

00:07:05: gab's dafür auch Logiken Regeln ein Codex vielleicht

00:07:13: Eigentlich, dass man diese Oppositionelle sein nach außen getragen hat und dazu gestanden hat, gab es immer in unserer Familie.

00:07:22: Und das war vielleicht auch was meine Eltern oder auch ... ihre politische Richtung ausgemacht hat, dass die nicht irgendwie das verschwiegen haben und somit diese Doppelleben hatte waren Praxissen der vielleicht mit Geheimhaltung zu tun hat.

00:07:45: Dass man zum Beispiel nicht offen davon spricht wenn die politischen Freunde, die Eltern kommen und sich irgendwie in Wohnzimmer zusammensetzen.

00:07:59: Und irgendwelche Gespräche führen, die so verbotene Gespräche sind, dass ich nicht darüber spreche wenn ich mit anderen Kindern spiele oder sowas.

00:08:14: Oder auch gab es Leute, ihre eigene Namen nicht benutzt haben, als die angerufen haben.

00:08:25: Und dann habe ich manchmal den richtigen Papa, das ist der Sohn so, der sagt er ich so und so.

00:08:39: Ich gab auf jeden Fall auch solche... Bereiche, dass man wusste okay es gibt ein Geheimdienst.

00:08:49: Es gibt Überwachung und diese Überwachungen darf nicht alles wissen.

00:08:56: oder auch das zum Beispiel wenn meine Eltern politische Mitteilungen geschrieben haben.

00:09:04: Das war handschriftlich und dann wurde das diesen verbrannt damit es nichts übrig bleibt oder auch Sachen verstecken.

00:09:17: Diese Verstecken und Aufbewahren, die Achieve verstecken, dass das Gedächtnis eine politische Kampf immer gefährdet ist und muss aufbewahrt werden – da kommt dann Familiengefüge als Komplizenschaft Gut zu Geltung, weil viele dieser Archive wurden zum Beispiel bei meiner Oma aufbewahrt zwischen ihre Klamotten oder so.

00:09:50: Das waren auf jeden Fall solche Räume die anderes waren als normale Leben, dass viele meine Freunde ... und Schulfreunde gelebt haben damals.

00:10:09: War das du froh, oder?

00:10:10: Sie sind dann in den ersten Jahren nach Deutschland gekommen.

00:10:14: Würden sie denn sagen, exil ist für sie zunächst ein geografischer Zustand gewesen oder tatsächlich auch ein innerer?

00:10:22: Ich kam aus dem Iran raus.

00:10:27: Das war nachdem ... Die islamische Republik, nachdem dieses System zu einer sehr repressive brutale Regime wurde gab es so viele Hinrichtungen und Verhaftungen.

00:10:42: Das habe ich alles als junge Frau mitbekommen auch in meiner Universität.

00:10:49: Ich habe im Terran Kunstakademie Malerei studiert.

00:10:55: das war eine Zeit geprägt von Sensor und Oberwachung.

00:11:02: Und Angst, große Angststarre der Achtziger Jahre im Iran!

00:11:10: Für mich aus Iran rauszukommen war auch diese ganze Zwänge Weil.

00:11:20: ein Teil dieser Zwänge waren auch kulturelle.

00:11:24: Der islamische Republik hat seine Ideologie, der auch von vielen Menschen mitgetragen wurde, so wie eine große Decke auf diesen Gesellschaft.

00:11:42: gedruckt, und das wurde mitgetragen von Mehrheit der Gesellschaft damals in den Achtzigerjahren.

00:11:50: Und das war für mich diese politische aber auch kulturelle Zwänge zu entkommen.

00:11:58: Ich wollte mich selbst und das Leben in einer anderen Zustand erleben.

00:12:10: es frei sein, dass ich eine Vorstellung davon hatte aber nicht so richtig als Erwachsene gelebt habe unter diesem System Leben.

00:12:24: Ich wollte auch ... zeitgenussische Kunst kennenlernen und unsensierter Bücher lesen.

00:12:34: Und auf jeden Fall, ich wollte mich

00:12:37: befreien.".

00:12:38: Ja!

00:12:38: Und ihre Eltern haben das auch sehr befürwortet, dass sie genau dies tun.

00:12:44: Sie haben mal gesagt, Exil Sei die Krise der Gegenwart.

00:12:49: Und Sie sagen auch, wenn ich Gewalt und Unterdrückung thematisiere was sie tatsächlich auch in ihrer Kunst tun nicht nur aber auch dann geht es nicht nur um den Iran.

00:12:59: vielleicht zu diesen zwei Aussagen noch ein paar Gedanken.

00:13:02: Exil ist die Kriese der Gegenwahrt.

00:13:05: Was ist damit gemeint?

00:13:07: Naja das ähm Wenn wir an Europa denken dass ich mit großer Hoffnung auf Freiheit und Demokratie hierhergezogen bin, wenn wir an die Grenzen Europa denken.

00:13:25: So viele Menschen, die in diesen Meeren verstorben sind – weil sie genauso wie ich eine andere Leben gesucht haben – waren auch Exzellanten.

00:13:38: Geflüchtete Sintexzellannten!

00:13:42: und die haben das nicht erreicht.

00:13:45: Das heißt, diese Gegenwarte sortiert nach wer ist wurde zu weiterzuleben, wer nicht?

00:13:55: Und das sind die Gesetze...die undemokratische Gesetzer sind!

00:14:01: Ich der so eine Schicksal habe kann nicht jetzt mich, weil ich hier angekommen bin, darin einfach bequem machen und nicht daran denken wie viele andere Schicksale auf die Strecke bleiben.

00:14:19: Die sind so wie ich.

00:14:21: das ist Teil meiner Körper der da stirbt, der da runtergeht.

00:14:26: in diesen Meeren.

00:14:34: Gleichwertige Menschenleben wird ständig aussortiert.

00:14:41: Und das sind für mich wirklich

00:14:45: Krisen,

00:14:46: die mit Exil zu tun haben und mit unserer Zeit der leider immer mehr sich von den Ideen der menschenwürde Demokratie Freiheit folgerrecht alle Errungenschaften nach so viel Unrecht in den Zweiten Weltkrieg verabschiedet Stück vor Stück und im Händen von Autoritären, leider Gottes immer Männerfeld.

00:15:24: Und dadurch einfach erlebe ich diese Weltverlust.

00:15:34: Das hat auch mit der Situation, der Exil zu tun.

00:15:39: Diese Krise!

00:15:41: Gibt es Momente in denen Sie Ihr eigenes Exil da sein besonders stark spüren?

00:15:48: Ja gibt es Momen... Ich weiß nicht ob es weil ich sehe im Exil etwas ambivalentes.

00:15:57: das ist einerseits die Befreiung das Aufbruch in eine Eroberung der schönen Welten.

00:16:11: Andererseits ist es der Verlust, des biografischen, des Weltverlusts, dass man nicht so weit weg ist und trotzdem sehr nahe.

00:16:24: der Schmerz davon kommt näher aber eine ferne Welt dann zu Hause, der man verlassen hat aber trotzdem in sich trägt.

00:16:38: Aber ich spüre in den Gegenwart – ich muss sagen mit dem Aufkommen der rechten Bewegungen im Westen Und auch hier in Deutschland spüre ich immer mehr der Situation, der bedroht sein.

00:17:04: Nicht gewohnt sein!

00:17:07: Ausschluss und das inklusive der Exilsucht wird dann in dem Moment total gefährdet.

00:17:17: nicht nur gefährdet es verschwindet es verblasst sich.

00:17:23: Und die sind die Momente, dass

00:17:26: auch

00:17:27: irgendwie so eine diese Krise für mich auch als jemand der jetzt mehr als die Hälfte meines Lebens hier in Deutschland gelebt hat spürbar wird wie zerbrechlich meine Weltwerte und wie die anderen Kräfte, die dabei sind der Oberhand zu gewinnen mich aus meiner Welt vertreiben.

00:17:57: Diese Vertriebensein sind die Momente, die einem begleiten.

00:18:04: das war der Moment dass ich mich nicht in meinem Leben zu Hause gefühlt habe im Iran.

00:18:11: es war vertrieben sein Grund bin ich ausgebrochen, bin hierhergekommen und jetzt mit Aufkommen diese autoritäre Kräfte werde ich noch einmal innerlich vertrieben aus dem sicheren Ort das ich versucht hatte aufzubauen.

00:18:34: der Community, der Gesellschaft, dass ich mich dazu zugehörig gefühlt habe.

00:18:40: und so plötzlich merke ich wie fragil dieser Zugehörigkeit.

00:18:44: Das wird wieder

00:18:44: in Frage gestellt.

00:18:47: um auf ihre Kunst zu sprechen zu kommen Sie haben gesagt, Kunst sei dann stark wenn sie Fragen an uns Betrachter stellt Und sie beschäftigen sich in ihrer Kunst oftmals mit Themen rund um das Exil Mit Politik Gewalt Erinnerung, Identität, Frauenrechte.

00:19:04: Insgesamt Menschenrechten, das haben sie auch gerade schon angedeutet aber auch mit Schönheit, mit ornamentalen, mit Mustern ganz akribisch und faszinierend auch mit der Schönheit der persischen Kultur.

00:19:21: Welche Frage möchten Sie mit Ihrer Arbeit heute besonders dringend stellen, wenn Sie genau über das Sprachen, über diese Fragilität, die Sie selbst jetzt nochmal vielleicht auch retraumatisierend so sehr verspüren?

00:19:33: Wie sehr dringt das auch in Ihre Kunst

00:19:35: ein.

00:19:36: Ja, das ist um auf Schönheit zu kommen und es ist auch genau für mich die Wahrnehmung der Schönheit ist sehr ink verbunden der Fragilität, diese Schönheit und auch sogar mit sein Verlust.

00:19:56: Der durch Gewalt gebrochen wird aber trotzdem bleibt was davon übrig nicht nur als Sehnsucht sondern auch als Schönheit Und diese beiden gleichzeitig Diese Gleichzeitigkeit aufrecht zu erhalten.

00:20:20: Und dann auch die Last, weil wenn so viel Gegensätze gleichzeitig da sind das überfordert.

00:20:30: und aber ich denke dass ist auch die Überforderung der total mit unserem jetzigen Kultur zu tun hat.

00:20:38: wir sollen das aushalten und daraus irgendwie auch Räume schaffen die das toleriert und wahrnimmt, und heilend darauf wirkt.

00:20:52: Und das hat für mich mit diesen Schönheiten zu tun, ich versuche in meiner Arbeit immer irgendwie herzustellen aber auch der Fragilität wahrzunehmen und mitzugeben.

00:21:09: und auch der Bruch... Das ist der Moment der Verantwortung!

00:21:14: Ja, auch bei der Betrachte.

00:21:18: Ich möchte dass er etwas mitnimmt nicht nur die Wahrnehmung sondern auch diesem Gefühl das ich auch was tun kann.

00:21:28: Sie arbeiten da ganz stark mit dem zweiten Blick.

00:21:30: Genau!

00:21:30: Das ist ganz faszinierend.

00:21:32: wir sehen möglicherweise eine große Fläche von ornamentalem und entdecken dann beim Nähern hinschauen das auch gliedmaßen zu finden sind oder Gewaltmomente, Folterungs-Szenen.

00:21:47: Aber in diesem großen grafischen Bild erst einmal hat man ein strukturellen Eindruck, einen ästhetischen Eindruck der sich dann mit dem zweiten Blick entblättert.

00:21:58: und weil sie von Fragilität sprachen, der Mord an ihren Eltern aus den Achtund Neunzig, ein tiefer Einschnitt selbstverständlicherweise in ihrem Leben Sie setzen sich dafür ein, das Gedenken an die Eltern wach zu halten und diese Morde aufzuklären.

00:22:13: Bis heute ist es nicht ganz klar was davon starten ging.

00:22:17: Ihre Mutter trug den Namen Parvane, persische Schmetterlinge auch der Schmetternlinges einen Motiv was immer wieder kehrt Schönheit fragilität.

00:22:24: für was steht dieser Schmetterming?

00:22:26: Genau

00:22:27: was sie sagten dass es die die Schönheit dieses vielleicht schmitterlingen ist so eine schöne Wesen zwischen geträumten und realen.

00:22:40: Und ist auch sehr fragil, ich denke dass es auch irgendwie so, so von der ästhetischen Herr irgendwas mit Papier zu tun hat?

00:22:51: Ich finde Papier großartig weil das trägt unsere Erinnerung diese Papier dass in unterschiedlichen Kulturen kommt Schmetterling als Symbol vor Poesie, vor Schönheit, vor Wiederauferstehung.

00:23:14: Vor Ich und alle.

00:23:18: das macht diese Wesen so nicht nur als ein Fragile ästhetische Wesen, sondern auch als Träger so leichte Träge.

00:23:32: So viel Kultur und das ist für mich eine natürlich... ich mache auch Rauminstallationen mit dem Motiv Schmetterlinge die sind Tapeten, die große, wenn Museumsräume bedecken.

00:23:52: Und es ist jedes Mal auch für mich so eine Umarsch, eine Wiederauferstehung lassen von meiner Mutter.

00:24:00: Und das ist vielleicht was sie sagten, dass Kunst wird dann zu komplizei gegen Vergessenheit, gegen Unrecht.

00:24:13: und kann man in so einem Moment etwas zurückerobern vom... Gewalt und totalitäre Strukturen.

00:24:26: Dennoch das hat Prinzip in autoritären Regime auch das vergessen machen, die Erinnerung

00:24:32: auszulöschen,

00:24:33: die Geschichte auszulesen, die Widerständigkeit.

00:24:37: Wenn wir Parastufordoa von Fragilität sprechen dann fällt auch ein Zitat immer wieder auf

00:24:46: dass sie

00:24:48: Von Hilde Domien eingebaut haben in einer ihrer Arbeiten nicht müde werden, sondern dem Wunder leise wie ein Vogel die Hand hinhalten.

00:24:57: Sie zitieren diese Zahlen im Reisebericht von.

00:25:01: und was bedeuten ihnen diese Worte?

00:25:18: Toll,

00:25:18: wenn man über alle Grenzen zeitliche und biografisch-geografische kulturelle Grenzen so plötzlich genauso kompliz findet.

00:25:34: So verbundete findet die genau was man gespürt und versucht hatte Ausdruck davor zu finden in so einem in so ein Gedicht, einem Schenken.

00:25:51: Das ist ein großer Geschenk für mich, diese Gedicht.

00:25:57: und dann denke ich ... Ich sehe mich dann in eine Geschichte drin.

00:26:05: In so einer Geschichte von über den Zeiten, wo die Menschen, die vertrieben worden sind, als eine kostbar Brandmaler vielleicht getragen haben und damit etwas ganz Tolles hergestellt haben, wie diese Gedicht.

00:26:32: Und aus diesen finstere Zeiten etwas raus... produziert haben und uns hinterlassen haben, worauf wir auch dann stehen können.

00:26:46: Und diese Gedicht hat mich begleitet über die Reise der total schwierig war für mich.

00:26:56: Die Reisen nach Iran sind irgendwie auch für so in Kunstsprache zu sagen performative Widerstandsmomente, der ich mich irgendwie

00:27:10: auch

00:27:11: ganz fragil als ein Mensch gegen so einen System stelle und versuche zu zeigen dass ich mich nicht beugen lasse.

00:27:23: Ich

00:27:23: habe mich genau das gefragt in Ihrem Arbeiten, im Wirken und im Sein.

00:27:27: Sie reisen weiterhin in den Iran immer wieder auch um die Erinnerung an Ihre Elternwachzeiten.

00:27:33: Was bedeutet es wohl?

00:27:34: An einen Ort zurückzukennen der zugleich Heimat-Tatort politisches Konflikt fällt, aber irgendwie auch Identität ist.

00:27:43: Ich kann mir vorstellen, dass sie sich dort auch ständig reiben!

00:27:46: Wie fühlt sich ihr Dasein im Iran an?

00:27:49: Zwischen Schmerzverlust, Trauernostalgie, Ärgerwut und

00:27:56: Verbundenheit mit den Menschen, die so wie meine Eltern vor einer freie Zukunft stehen und davor kämpfen.

00:28:07: Diese Verbundenheit ist total wichtig für mich, auch immer wieder das zu aktualisieren aber auch genau wie Sie sagen.

00:28:18: Das ist manchmal Schicksal... stellt einem an einen Punkt und dann ist es wichtig, wie man damit umgeht.

00:28:33: Und das ist eine große Aufgabe wenn ich irgendwie an meinem Eltern, weil meine Eltern sind in ihrem eigenen Haus, das Haus wo ich aufgewachsen bin ermordet worden.

00:28:47: sehr bestialisch, sehr bestiallig!

00:28:51: Und diese Ort trägt die Erinnerung an sie.

00:28:57: Ich habe auch das Ort so eine Erinnerungsraum umgestaltet im Laufe der Jahre mit einer Community, den dazu gehört... Weggefährten verbundeter sind.

00:29:14: Es gibt

00:29:14: wirklich einen Erinnerungsort und vor allem auch Ritual, dass

00:29:20: Menschen dann einladen.

00:29:21: Genau das die Menschen

00:29:24: kommen.

00:29:25: Aber

00:29:25: auch... Das heißt, das ist präsent dieser Widerstand der Schönheit und diesen Aufrichtigkeit, Energie dieses Widerstands von des Leben meiner Eltern, deren Geschichte ihre politische Kreis in Form von Bilder, die an den Wänden hängen.

00:29:48: Alles das diese Ort zu der Erinnerung wachhält aber auch diejenigen, die jedes Jahr kommen und gleichzeitig die Morde sind dort geschehen Stuhl von meinem Vater, worauf er getötet wurde.

00:30:11: Das haben die Mörder Richtung Mecker gedreht und diese Stuhle steht da und genauso gedrehte.

00:30:23: das heißt auch dieser Ort der Ermordungsstätte wird gleichzeitig aufbewahrt, um diese Geschichte weiter zu erzählen.

00:30:39: Das heißt es ist ein Ort der Gegensätze und ich denke das ist unsere Aufgabe mit dieser Gegensetze umzugehen und daraus einen Weg zu finden, der uns zu einer besseren Horizont bringt.

00:31:03: Diese Horizont nicht verlieren.

00:31:05: Nicht müde werden!

00:31:07: Wenn Sie heute auf Ihr Leben zwischen Terran und Deutschland zurückschauen, zwischen Verlust und künstlerischer Arbeit, zwischen Exil- und Öffentlichkeit... Was hat sie denn in all den Jahren getragen?

00:31:19: Genau dieser Gedanke haben sie denen schon immer so bei sich gehabt und gespürt.

00:31:25: Ich kann mir vorstellen dass das unglaublich viel Stärke braucht, immer wieder an das

00:31:30: zu glauben.

00:31:33: Das braucht Stärke.

00:31:35: Und ich habe, wissen Sie Besonderes jetzt wie wir am Anfang des Gesprächs gesagt haben dass das bedroht sein so spürbar ist umso mehr wichtig eine Community zu haben eine Community, der man mit die sich teilen kann.

00:32:06: Dass man gemeinsam ist diese Gemeinsamkeit glaubhaft und wahrhaftig zu leben dürfen glaube ich hat groß bei mir mehr Kraft gegeben über die Jahre Und dieser Community und ist auch über die Nationen, das sind nicht nur irgendwie meine iranische, exil-iranische sondern viele.

00:32:36: Meine deutsche Kumpel sind dabei und auch andere Nationalitäten aber auch die Iranerinnen den ich im Iran als meiner Community über die Jahre eigentlich mitgelebt habe, über die Grenzen versuchen wir Kontakt zu halten und auszutauschen.

00:33:06: Und vielleicht auch der Last, der getrennt sein von diesem iranischen Welt jetzt Internet-Sperre, dass seit dem Angriff auf Iran das Regime irgendwie diese Gesellschaft noch aufgebordet hat.

00:33:31: Das macht es auch noch schwieriger.

00:33:34: Das heißt für mich ist es diese Community und das ist nie etwas Alleingangiges.

00:33:45: Auch wenn Kunst machen hat konzentrierte einsame Momente.

00:33:51: Das ist immer in die Themen, die Inhalte sind, auch im Gemeinschaften zu verankert.

00:34:09: Auch an dieser Folge unseres Café Exil Post Cards möchte ich Ihnen ein paar letzte kurze Fragen stellen.

00:34:15: Gibt es einen Lieblingsgetränk im Kaffeexil?

00:34:19: Oh, ich trinke jetzt einen sehr schönen schwarzen Tee.

00:34:23: Und schwarze Tee ist irgendwie für mich ein Getränk der von Kindheit bis zum Piatz mich begleitet hat.

00:34:36: Kunst oder politische Aktivismus?

00:34:39: Beides sind nicht getrennt voneinander.

00:34:42: Zu Hause sein oder unterwegs sein?

00:34:46: Immer mehr zuhause sein!

00:34:49: Die Fremde ist...

00:34:52: Ich wünsche mir, dass es sowas wertes Neugierder und Erweckt und nicht Angst.

00:35:02: Wenn Sie Einsatz aus Ihrer Arbeit oder aus Ihrem lebendkünftigen Generationen mitgeben könnten, welcher wäre das?

00:35:09: Nicht müde werden!

00:35:12: Vielen Dank, Patras du fordual.

00:35:15: Danke, Inne.

00:35:16: Ein Gespräch über Exil als fortdauernde Erfahrung, über die politische Kraft der Erinnerung und über eine Kunst,

00:35:22: die nicht

00:35:23: beruhigt sondern Fragen stellt.

00:35:25: An uns selbst und an unsere Haltung zur Welt.

00:35:28: Und Ihnen vielen Dank fürs Zuhören, Ihre Shelley-Gupferberg!

00:35:33: Café Exil ist eine gemeinsame Produktion der Stiftung Exilmuseum und der Herbert- und Elzbett Weichmann Stiftungen.

00:35:51: Bis

00:35:52: bald im CaféExil!

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